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Neujahrskarte

Neujahrskarte 2010-11

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Förderverein Museum für Thüringer Volkskunde e. V. Das Jahr 2010 im Rückblick

Mai:

  • Finanzierung eines Ankaufs aus Privatbesitz: Porträt des Spitalmeisters Christoph Floccius
  • Mitgestaltung der "Langen Nacht der Erfurter Museen": Buchbasar im Innenhof, Getränke- und Imbißverkauf zugunsten des Fördervereins

Juni:

  • Unterstützung der Sonderausstellung "Chic aus Bonn und Ost-Berlin" durch zahlreiche Leihgaben

September:

  • Sonderführung "Auf den Spuren der Hospitalgeistlichkeit"

Oktober:

  • Unterstützung des Ausstellungs- und Publikationsprojekts "Bilder aus der neuen Zeit: Erfurt 1990 -1995: Fotografie von Dieter Demme"

November/Dezember:

  • Erfolgreiche Einwerbung von Fördermitteln der Sparkassenstiftung Erfurt zwecks Erweiterung des Sammlungsbestandes Porzellan (Ausführliche Informationen gibt es anbei!, Fotos: Dirk Urban)
  • Unterstützung der Sonderausstellung "Neuer Glanz in alten Formen: Die Porzellanmanufaktur Reichenbach"

Einen herzlichen Dank an unser Vereinsmitglied Rolf Michalk für sein Sponsoring betr. Druckkosten der Jahresprogrammkarte 2011 für das Museum!

außerdem:

  • Unterstützung der schrittweisen Digitalisierung des Museumsbestandes (studentisches Projekt)
  • englische Übersetzung eines 2011 erscheinenden Ausstellungsführers zur sogen. Südseesammlung des Museums für Thüringer Volkskunde (studentisches Projekt)

in Vorbereitung:

  • Förderung der technischen Realisierung eines zweisprachigen Internetauftritts des Museums (deutsch/ engl.)
  • Einwerbung von Fördermitteln für eine Nachauflage des Begleitbuchs zur Dauerausstellung "erfahren - verändern - beharren. Dorfleben im 19. Jahrhundert"
  • Beteiligung des Fördervereins an der teilweisen Neugestaltung des Museumsinnenhofes
  • Anfrage an den Stadtrat durch unseren Vorstandsvorsitzenden Herbert Rudovsky betr. Einrichtung eines Personenübergangs am Juri-Gagarin-Ring (Höhe Lindenweg) zugunsten der Museumsbesucher und gleichermaßen zugunsten des Seniorenheims, der Augusta-Viktoria-Stiftung, der KOWO-Geschäftsstelle und aller Anwohner

Fördermittelantrag des Fördervereins Museum für Thüringer Volkskunde
e. V. bewilligt: Die Sparkassenstiftung Erfurt ermöglicht dem Museum Erweiterung des Sammlungsbestandes

Seit nunmehr 10 Jahren ist der Sammlungsbestand an Keramik des Volkskundemuseums in der besonderen Form eines Schaudepots in den historischen Gewölbekellern des Hauses nach Voranmeldung Besuchern zugänglich. Dank Finanzzuschusses der Sparkassenstiftung Erfurt, welchen der Förderverein des Museums durch Eigenmittel ergänzte, konnte diese Sammlung per Ankauf um einige „Porzellan-Schätze“ erweitert werden: Dazu gehören beispielsweise Tierplastiken aus den 1950er Jahren, entworfen für und hergestellt in der Thüringer Porzellanmanufaktur Wallendorf.

Weiterhin kam das Museum dank der Zuwendung in den Besitz von Teilen des in diesem Dekor kaum noch erhältlichen Mokkaservice „Fatima“. Dieses Service, 1962 entworfen, widerspiegelt eine wichtige Etappe in der Firmengeschichte seines Herstellers, der Porzellanmanufaktur Reichenbach. Diese Geschirrserie gehörte bis in die 1980er Jahre zu den „Exportschlagern“ der Manufaktur. Besonders erfreulich ist der gelungene Ankauf speziell dieser Objekte einer Privatsammlung, da sich das Museum momentan in seiner Sonderausstellung „Neuer Glanz in alten Formen: Die Porzellanmanufaktur Reichenbach“ der Geschichte und Gegenwart Reichenbachs zuwendet.

Herzlichen Dank der Sparkassenstiftung Erfurt und den Mitgliedern des Fördervereins für die Finanzierung dieser Ankäufe. Sie bringen das Haus seinem Ziel näher, neben dem aussagekräftigen Bestand an handwerklich hergestellter Geschirrkeramik schrittweise auch den Porzellan- und Steingutbestand vor allem durch Erzeugnisse Thüringer Provenienz auszubauen.

Fördermittel Fördermittel Fördermittel

Im Mai 2010 ermöglichte der Förderverein
den Erwerb eines für die Geschichte unseres Hauses wichtigen
Gemäldes aus Privatbesitz:



Porträt des Pfarrers Christoph Floccius (1606-1681)
Porträt des Pfarrers Christoph Floccius (1606-1681)

Öl auf Leinwand
um 1660

ca. 39, 5 x 27,5 cm, Verso alt beschriftet:
„Plumirum [recte: „Plurimum“] Reverend, AC / Doctissim, Dominus Christopho- / rus Floccius;Novem Lustris De Ecclesi(is) / Nimirum Atzmansdorfensi, Vargulana. / Et Xenodochica [recte: „Xenodochia“=Hospitalkirche] Huiat 39. Ann: Optime / Meritus Pastor. Nat. d. 14 April: 1606. Denat. / d. 4. Sept: 1681.“

Christoph Floccius (latinisiert für „Fluck“),14. April 1606 – 4. September 1681,
war gebürtig aus Großvargula (Thüringen).

Am 18. März 1642 wurde Floccius als Pfarrer des Großen und Kleinen Hospitals
zu Erfurt sowie des dortigen Lazaretts eingeführt
und hierin am 24. Juli 1642 bestätigt.
Dort wirkte Floccius während der kommenden 39 Jahre mit einer kurzen
Unterbrechung im Jahre 1667/68 bis zu seinem Tod am 4. September 1681!
Er wurde am 8. September in der Großen Hospitalkirche bestattet.
(Frdl. Auskunft seitens Dr. Benl, Leiter des Erfurter Stadtarchivs)

Nicht nur, dass mittels dieses Porträts die Geschicke des Hospitals während des Dreißigjährigen Krieges plastischer werden, das Gemälde korrespondiert auch wunderbar mit der Ihnen allen bekannten - vor einigen Jahren entdeckten und restaurierten - Wandmalerei von 1678 im 1. Obergeschoß des Herrenhauses, wo sich vermutlich damals die Amtsstube des Spitalmeisters befand. Diese Wandmalerei entstand während der Amtszeit des Spitalpfarrers Floccius, von dem wir nun ein Porträt besitzen! Vielleicht – aber das ist vorerst Spekulation - war der alteingesessene Hospitalpfarrer Floccius ja nicht unbeteiligt an der Idee, den zu dieser Zeit wohl häufig wechselnden und nicht gerade uneigennützig wirtschaftenden Spitalmeistern per Wandbild das Vorbild des allzeit wachsamen Kranichs vorzuführen … Wir würden uns freuen, wenn eines unserer Fördervereinsmitglieder sich auf weitere Spurensuche im Archiv begibt!

Das Gemälde wird inzwischen restauratorisch unter die Lupe genommen und
bekommt dann natürlich einen exponierten Platz in unserem Haus!

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